Forstwirtschaft

Wälder wirken wie natürliche Schwämme: Sie speichern Regenwasser im Boden und geben es langsam wieder ab. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung kann diesen Effekt stärken und gleichzeitig Wälder widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen. Der Wald ist weit mehr als ein Erholungsraum: Ein gesunder Waldboden kann enorme Mengen Wasser aufnehmen und speichern. Bis zu 200 Liter pro Quadratmeter können laut Bayerischen Staatsforsten im Boden gebunden werden – eine wichtige Fähigkeit, um Wasser in der Fläche zu halten und Hochwasserspitzen abzumildern. Gleichzeitig wird in Trockenzeiten die Wasserversorgung verbessert.

Doch diese natürliche Speicherfunktion ist nicht selbstverständlich. Versiegelte Flächen und verdichtete Böden, etwa durch Wegekönnen dazu führen, dass Wasser schneller oberflächlich abfließt. Umso wichtiger ist ein bewusster Umgang mit dem Wald und gezielte Maßnahmen, die den Wasserrückhalt fördern.

Im Wald können verschiedene Maßnahmen dazu beitragen, Wasser länger in der Landschaft zu halten. Dazu gehören der Waldumbau zu klimaresilienten Mischwäldern, ein nachhaltiger und wassersensibler Wegebau sowie die Anlage oder Wiederherstellung von Gewässerbiotopen und kleinen Waldteichen. Auch die Wiedervernässung von Waldflächen kann helfen, Wasser zu speichern und den natürlichen Wasserhaushalt zu stabilisieren. Schon kleine Maßnahmen machen einen großen Unterschied. 

Was Einzelpersonen tun können

  • Aufforstungsaktionen unterstützen
  • regionale Holzprodukte aus nachhaltiger Forstwirtschaft nutzen
  • lokale Waldprojekte oder Initiativen unterstützen

Was Waldbesitzer tun können 

Geht bei stärkeren oder anhaltenden Regen in euren Wald. 

  • Wo fließt das Wasser?
  • Warum fließt es genau da ab? 
  • Wo sind trockene Stellen, die mehr Wasser vertragen könnten?
  • Gibt es eh nasse Stellen, die sich für einen Tympel o.ä. eignen würden weil z.B. eh nicht bewirtschaftbar? 
  • Gibt es Drainagen in meimem Wald? 
  • Wo befinden bzw. befanden sich Rückegassen und finde ich diese für das nächste Mal wieder?
  • Welche Baumarten sind in meinem Wald? 

Aus den gesammelten Erkenntnissen können Sie Maßnahmen ableiten. Bei der Auswahl von Maßnahmen helfen wir und auch Ihr zuständiger Förster gerne. Schon Kleinigkeiten die oft günstig umzusetzten sind, können einen großen Effekt haben. 

Wasser, das im eigenen Wald versickern kann, ist ein Gewinn für Wald und Waldbesitzer. Statt bei Starkregen schnell abzufließen, bleibt es länger im Boden und steht den Bäumen auch in trockenen Zeiten zur Verfügung. Das stärkt die Vitalität und Widerstandskraft des Waldes, fördert die natürliche Wasserversorgung und kann Schäden durch Trockenheit reduzieren.

Wer das Wasser im eigenen Wald hält, investiert damit nicht nur in einen gesunden und stabilen Wald – sondern auch in den langfristigen wirtschaftlichen Wert des eigenen Waldbestandes. Jeder Tropfen, der vor Ort versickert, hilft dabei, den Wald widerstandsfähiger und zukunftssicherer zu machen.

 Nutzen Sie auch die Angebote unserer Kooperationspartner der Bayerischen Staatsforsten und des Naturpark Augsburg Westliche Wälder e.V..

Lebensquelle Wald – Exkursion mit den Bayr. Staatsforsten zeigt Wege für gelingenden Wasserrückhalt

Unsere Region ist geprägt von ausgedehnten Wäldern – doch welche Rolle spielen sie eigentlich beim Schutz vor Starkregen und Hochwasser? Genau dieser Frage widmet sich eine Exkursion mit dem Forstbetrieb Zusmarshausen der Bayerischen Staatsforsten im Weisinger Forst im Rahmen der Schwammregion Holzwinkel-Altenmünster. Rund 45 Interessierte nahmen am 05. Mai 2026 das kostenfreie Angebot wahr und zeigten sich von den vielen Informationen und Beispielen beeindruckt.

Bei der Exkursion zeigten Revierleiter Dieter Erhard und Forstbetriebsleiter Rainer Droste des Forstbetriebs Zusmarshausen der Bayerischen Staatsforsten anschaulich, wie Maßnahmen zur Unterstützung der natürlichen Speicherfunktion des Waldes in der Praxis aussehen. Bereits mit einfachen Mitteln lässt sich viel erreichen: Kleine Mulden, sogenannte „Himmelsteiche“, können Regenwasser im Wald zurückhalten, wo es nach und nach versickert oder verdunstet. Gleichzeitig entstehen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Auch sogenannte „Abschläge“, die Wasser von Wegen ableiten und gezielt in teilweise terrassenartig angelegten, kleine Retentionsbecken auf der Fläche führen, tragen dazu bei, den Abfluss zu bremsen.

Neben diesen praktischen Beispielen wurde auch deutlich, dass ein stabiler, gemischter Wald entscheidend ist. Unterschiedliche Baumarten und eine stufige Struktur helfen dabei, Wasser besser im System Wald zu halten und den Wald widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Die Exkursion bot allen Interessierten die Möglichkeit, den Wald mit neuen Augen zu sehen, konkrete Maßnahmen kennenzulernen und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Wir bedanken uns hiermit nochmal herzlich beim Forstbetrieb Zusmarshausen für die angenehme Zusammenarbeit.


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