Jugendarbeit

Zustimmung von vier Gemeinden für eine interkommunale, mobile Kinder- und Jugendarbeit in der Region Holzwinkel und Altenmünster mit dem Kreisjugendring Augsburg Land

Die sechs Gemeinderatsgremien der Region Holzwinkel und Altenmünster haben in den vergangenen Gemeinderats-Sitzungen im März über eine Beteiligung an der Projektidee „interkommunale mobilen Kinder- und Jugendarbeit“ (IMoKJA) abgestimmt.

Gemeinsam wollen nun die Gemeinden Adelsried, Altenmünster, Bonstetten und Markt Welden, unter Trägerschaft des Kreisjugendring Augsburg Land (KJR), eine mobile Kinder- und Jugendarbeit einrichten. Die Zusammenarbeit ist auf drei Jahre befristet und kann bei erfolgreicher Arbeit verlängert werden. Zur Festlegung der Trägerschaft, aber auch der Inhalte der Jugendarbeit, passgenau auf die beteiligten Kommunen, wird ein Trägerschaftsvertrag zwischen den Gemeinden und dem KJR geschlossen.

Die Bürgermeister (v.l.n.r) Gleich, Bernhard, Mair und Scheider mit Regionalmanagerin Hummel stimmen den Leistungskatalog der IMoKJA mit Frau Zacher und Frau Landau vom Kreisjugendring Augsburg Land ab.

Dieser Vertrag wie auch weitere Details der Zusammenarbeit wurden nun zwischen den beteiligten Gemeinden und dem KJR besprochen. Der Vertrag beinhaltet auch den Leistungskatalog der pädagogischen Fachkraft, in dem unter anderem Ziele wie Präsenz an den Jugendtreffpunkten und –veranstaltungen, Einzel- aber auch Cliquenarbeit, Mitwirkung und Beteiligung bei Jugendtreffs und Umsetzung von Freizeitangeboten enthalten sind.

Gleichzeitig müssen die Gemeinden noch einige Punkte klären, bspw. auf welche Weise der pädagogische Mitarbeiter in der Region mobil sein soll. Sobald der Vertrag zwischen dem KJR und den beteiligten Gemeinden unterzeichnet ist, wird der KJR geeignetes Fachpersonal für die Stelle suchen. Wir werden Sie weiterhin gern auf dem Laufenden halten.

 

Überlegungen zu einer interkommunalen mobilen Kinder- und Jugendarbeit

Der Kreisjugendring Augsburg Land ist in der Region Holzwinkel und Altenmünster vom Spielmobil oder über Ferienfreizeiten bekannt. Aber als Träger von offener und hauptamtlicher Jugendarbeit kann der KJR noch viel mehr. Beste Beispiele sind die Streetwork-Arbeit in und um die Jugendfreizeitstätte Matrix in Königsbrunn oder die MoKJA (mobile Kinder- und Jugendarbeit) auf dem Lechfeld.

Eine ähnliche Einrichtung könnte auch in der Region entstehen: Angedockt an die gemeindliche Jugendpflege in Welden oder weitere offizielle Jugendtreffs könnte – in Zusammenarbeit mit dem KJR – eine professionelle Stelle eingerichtet werden.

Dass ein Bedarf vorhanden ist, zeigt nicht nur der vereinzelte Vandalismus im öffentlichen Raum (der auch nicht zwingend von Jugendlichen stammen muss). Die gemeindlichen Jugendbeauftragten aber auch Vertreter*innen der regionalen Grund-sowie der Mittelschule machen einen erhöhten Bedarf an Unterstützung bei Jugendlichen, aber auch Kindern fest. Vereinzelt sind auch Problematiken mit Alkohol oder Drogen an den Jugendplätzen festzustellen. Generell wünschen sich Kinder und Jugendliche feste Ansprechpartner*innen für ihre Sorgen und Nöte. Gerade während der Pandemie sei das noch verstärkt sichtbar geworden. Das Entwicklungsforum hat nun die Einführung einer interkommunalen mobilen Kinder- und Jugendarbeit vorbereitet. Der Unterschied zu einer klassischen Streetwork-Stelle besteht in dem Alter der Zielgruppe: Streetwork greift erst ab 14 Jahren. In Kooperation mit dem Kreisjugendring Augsburg Land könnte nun eine professionelle Betreuung der Jugendtreffs sowie eine aufsuchende Jugendarbeit an den Plätzen im öffentlichen Raum geboten werden.

Informationsabend für Gemeinderäte

Vorsitzender Mair stellt die Idee einer interkommunalen mobilen Kinder- und Jugendarbeit in Holzwinke und Altenmünster in Kooperation mit dem KJR (Team des KJR, v.l.n.r: Vorstandsmitglied Josef Falch, Geschäftsführerin Sabine Landau, päd. Leitung Melanie Zacher, Richard Bieger, Sebastian Finkenberger) vor.

Ende Januar konnten sich Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sowie Bürgermeister dazu bei einem Informationsabend eindrücklich über diese Form der Jugendarbeit beim Team des KJR informieren. Handlungsfelder der Jugendarbeit sind bspw. Aufbau und Pflege eines vertrauensvollen Kontaktes zu Jugend und Gemeinwesen, zu Kindern, Jugendlichen und Gemeinden; Information und Beratung von Kindern und Jugendlichen (ab Grundschulalter); Hilfe und Begleitung Jugendlicher bzw. von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen; Beratung und Unterstützung von jugendlichen Cliquen und Randgruppen; Vermittlung zwischen verschiedenen Gruppen von Jugendlichen und zwischen Jugend und Gemeinwesen und Verbesserung jugendlicher Lebenslagen.

Sebastian Finkenberger berichtete eindrucksvoll von seiner Arbeit auf dem Lechfeld: Die MoKJA auf dem Lechfeld – ein vergleichbares, interkommunales Projekt der Gemeinden Untermeitingen, Klosterlechfeld, Graben und Obermeitingen – leistet bspw. Beratung und Begleitung, Einzelfallberatung, Sportangebote, Betreuung der Jugendtreffs uvm.

Richtig greifbar wurde die offene Jugendarbeit mit dem Roadrunner, einem Oldtimer, der in Königsbrunn für die mobile Streetwork verwendet wird.

Vorsitzender Florian Mair bat beim Schlusswort des Informationsabends um Realismus: „Nur weil wir auf dem Land leben, heißt es nicht, dass Jugendlichen bei uns keine Probleme und Unterstützungsbedarfe hätten oder keine Anlaufstelle bräuchten“.

 

Aktueller Stand (03.03.2022)

Nach zwei Informationsveranstaltungen für die Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder sind die Gemeinderatsgremien nun angehalten, bis Ende März über ihre Beteiligung an einer interkommunalen mobilen Kinder- und Jugendarbeit in Kooperation mit dem Kreisjugendring Augsburg Land zu beschließen. Die Gemeinde Emersacker hat in der Sitzung Ende Februar bereits beschlossen, selbst eine Jugendpflege zu organisieren.

Pressearbeit:

PM 2022.02.22: Überlegungen zu einer interkommunalen mobilen Kinder- und Jugendarbeit


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