Flur & Natur
Natürliche Landschaftselemente sind wie Pufferspeicher für ein Gleichgewicht in der Natur. Sie helfen Wasser zurückzuhalten und somit Hochwasserspitzen zu verringern. Gleichzeitig entstehen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Auch in der offenen Landschaft gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Wasserhaushalt positiv zu beeinflussen. Dazu gehören die Renaturierung von Bächen und Flüssen, der Bau von Regenrückhaltedämmen sowie die Wiederherstellung von Feuchtgebieten. Zusätzlich können Heckenpflanzungen oder andere natürliche Strukturen dazu beitragen, den Abfluss von Regenwasser zu verlangsamen und Sturzfluten zu vermindern. Gleichzeitig helfen diese Strukturen in Hitzeperioden. Durch Verdunstung wird es bei uns erst gar nicht so heiß. Je langsamer das Wasser durch unsere Region fließt, desto mehr kann versickern, verdunsten und von den Pflanzen aufgenommen werden.
Was Einzelpersonen tun können
- an Gewässer- oder Naturschutzaktionen teilnehmen
- naturnahe Gärten mit heimischen Pflanzen anlegen
- Naturschutzprojekte oder Vereine unterstützen
- Müll und andere Verunreinigung vermeiden
Wetter verstehen – und die Region widerstandsfähiger machen
Mehr als 60 Personen kamen am 21. Juli 2026 zur letzten Veranstaltung der Vortragsreihe der Schwammregion Holzwinkel–Altenmünster ins Gemeinschaftshaus Hennhofen. Unter dem Titel „Wetter verstehen: Lokal. Regional. Ganz nah.“ erklärte Meteorologe Lothar Bock vom Deutschen Wetterdienst (DWD), wie Wetter entsteht, warum es regionale Unterschiede gibt und welche Auswirkungen der Klimawandel auf unsere Heimat hat.

Bildnachweis: erstellt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz (KI)
Zu Beginn zeigte der Referent, wie Wetter überhaupt entsteht. Angetrieben wird unser Wetter durch die Sonneneinstrahlung. Dadurch entstehen Temperaturunterschiede auf der Erdoberfläche, die wiederum Hoch- und Tiefdruckgebiete bilden. Die Atmosphäre versucht ständig, diese Unterschiede auszugleichen – dadurch entsteht Wind. Gleichzeitig verdunstet Wasser, steigt mit warmer Luft auf, kühlt in höheren Luftschichten ab und bildet Wolken und Niederschlag. Aus der Verteilung der Hoch- und Tiefdruckgebiete ergibt sich die Großwetterlage, die das Wetter in einer ganzen Region bestimmt.
Ein besonders anschauliches Beispiel war die Frage, warum im Holzwinkel und Altenmünster während der Hitzewelle keine Temperaturen von 40 °C gemessen wurden. Die bodennahe Temperatur hängt von vielen Faktoren ab. Wo Böden feucht sind und viel Vegetation vorhanden ist, kann Wasser verdunsten und die Umgebung kühlen. Gleichzeitig wächst die Vegetation dort besser und hält wiederum mehr Wasser in der Landschaft. Dieser positive Kreislauf zeigt das Prinzip einer Schwammregion: Wasser in der Fläche halten, um Hitze abzumildern und die Landschaft widerstandsfähiger zu machen.
Der Vortrag machte deutlich, dass steigende Temperaturen und abnehmende Niederschläge sich gegenseitig verstärken. Trockene Böden erwärmen sich schneller, wodurch noch weniger Wasser verdunstet und die Kühlung der Landschaft weiter nachlässt. Genau an diesem Teufelskreis setzt das Konzept der Schwammregion an. Mit grüner Infrastruktur wie Gründächern, Fassadenbegrünung und Grünflächen, blauer Infrastruktur wie Feuchtgebieten, Rückhaltebecken und Versickerungsmulden sowie grauer Infrastruktur, beispielsweise Zisternen, Sickerkästen oder wasserdurchlässigen Bodenbelägen, soll Regenwasser möglichst lange vor Ort gehalten werden. So kann die Landschaft auch in Zukunft besser mit Trockenheit und Starkregen umgehen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Wettervorhersage. Heute stehen den Meteorologinnen und Meteorologen deutlich mehr Messdaten zur Verfügung als noch vor wenigen Jahren. Diese werden mit numerischen Wettermodellen ausgewertet, die auf den physikalischen Gesetzen der Thermodynamik und Strömungslehre basieren. Ergänzt werden sie durch Ensembleprognosen, die verschiedene Wetterentwicklungen berechnen und Wahrscheinlichkeiten angeben. Anschließend werden die Ergebnisse statistisch weiter verbessert. Dennoch gilt: Je großräumiger und langlebiger ein Wetterereignis ist, desto zuverlässiger kann es vorhergesagt werden. Stürme lassen sich oft mehrere Tage im Voraus erkennen, Gewitter dagegen meist erst wenige Stunden vorher und Hagel häufig erst sehr kurzfristig. Gerade bei extremen Wetterlagen bleibt deshalb die Erfahrung und Interpretation von Meteorologinnen und Meteorologen unverzichtbar.
Wetter und Klima hängen eng zusammen. Klimawandel beschreibt eine langfristige Veränderung des Klimas über viele Jahrzehnte hinweg. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass mit einer weiteren Erwärmung zu rechnen ist. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Maßnahmen zur Klimaanpassung umzusetzen. Konzepte wie die der Schwammregion Holzwinkel–Altenmünster könnten einen wichtigen Beitrag leisten, indem Wasser in der Landschaft gehalten wird und damit die Folgen von Hitze und Trockenheit abgemildert werden, so Bock.
Praktische Informationen gab es ebenfalls: In der WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes können aktuelle Wetterwarnungen, Niederschlagsradar, Prognosen sowie Informationen zur Waldbrandgefahr für die eigene Region abgerufen werden.
In der anschließenden Fragerunde nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen und sich über die Auswirkungen des Wetters und mögliche Anpassungsmaßnahmen auszutauschen.
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